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Gleichgewichtstraining bei Schwindel

Schwindelanfälle können durch Gleichgewichtsstörungen entstehen, die weiter verbreitet sind als bislang angenommen.

Alles dreht sich, der Raum schwankt und Gegenstände scheinen sich zu bewegen. Schwindelanfälle können durch Gleichgewichtsstörungen entstehen, die weiter verbreitet sind als bislang angenommen: Eine aktuelle US-Studie ergab, dass jeder Dritte ab 40 Jahren daran leidet. Schwindel wird aber auch durch eine Blockierung der oberen Hals- und Brustwirbel ausgelöst oder ist ein Anzeichen für zahlreiche neurologische Erkrankungen mit Störungen der Bewegungskoordination. Ein Schwindelgefühl entsteht immer dann, wenn die verschiedenen Sinnesorgane widersprüchliche Informationen an das Gehirn geben oder die Reizverarbeitung im Hirn gestört ist. Eine wichtige Therapieform gegen Schwindel ist Physiotherapie. Dennoch nehmen Betroffene viel zu häufig Medikamente ein, die nur die Symptome lindern statt die Ursache zu behandeln. Besonders schwindeldämpfende Mittel sollten aber möglichst selten eingesetzt werden. Durch gezieltes Gleichgewichtstraining kann das Gehirn lernen, keinen Schwindel mehr zu signalisieren. Viele Medikamente verhindern jedoch diese „Neuprogrammierung. Für das Gleichgewicht und die Orientierung im Raum sind verschiedene Systeme zuständig: das Gleichgewichtsorgan im Innenohr, die Augen, die Informationsverarbeitung im Gehirn und Sinneszellen, die die Körperhaltung registrieren. Auch aus der oberen Halswirbelsäule werden Informationen über die Kopfhaltung an das Hirn weitergeleitet. Sind jedoch einzelne Wirbel blockiert, ist diese Information widersprüchlich und es kommt bei Kopfbewegungen zu Schwindel. Ein Physiotherapeut kann Blockierungen z. B. durch Manuelle Therapie lösen. Zudem können Störungen der Reizverarbeitung im Gehirn mithilfe therapeutischer Übungen ausgeglichen werden. Die Hirnstruktur verfügt über spezielle Mechanismen, Störungen zu kompensieren und auf die eingehenden Informationen wieder angemessen zu reagieren. Dieser Lernvorgang wird durch spezielles Gleichgewichtstraining gefördert.

Die physiotherapeutische Behandlung von Schwindel ist je nach Ursache verschieden. Sie hat meist zum Ziel, die Gleichgewichtsreaktionen zu verbessern. Dazu werden Stand- und Gangunsicherheiten hervorgerufen, die Korrekturbewegungen des Betroffenen erfordern. Nach Anleitung durch den Physiotherapeuten können Schwindel-Patienten viele Übungen auch selbstständig zuhause durchführen. Bei Blockierungen der Hals- und Brustwirbelsäule setzt der Therapeut die Manuelle Therapie ein. Als „Hausaufgabe“ erhalten Betroffene dann z. B. eine Übung zur Mobilisierung der Wirbelsäule: Den Kopf soweit wie möglich nach rechts drehen und dann nicken, bis zu fünfmal wiederholen. Bei neurologischen Störungen sind hingegen Balanceübungen zu empfehlen, die immer mehr Gleichgewicht erfordern - erst im Sitzen, im Stehen und schließlich auf wackeligem Untergrund. Zuhause können Betroffene dann z. B. den Einbeinstand trainieren, während sie mit den Augen einen bestimmten Punkt fixieren.

Da Schwindel-Patienten ein vielfach erhöhtes Sturzrisiko haben, können Balanceübungen nicht nur das Gleichgewicht sondern auch die Gangsicherheit trainieren. Gerade wer sich unsicher fühlt, sollte Bewegung nicht meiden. Wichtig ist, dass Betroffene aktiv bleiben und dem Schwindel nicht aus dem Weg gehen. Der persönliche Umgang mit dem Schwindel ist entscheidend. Therapiepraxen bieten viele Kurse an, unter anderem auch speziell zum Thema Sturzprävention. Fragen Sie Ihren Physiotherapeuten!

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